Die heimliche Rebellion

Wer (noch) nicht so mutig ist ganz auf Schuhe zu verzichten, dem empfehlen wir, sich den inzwischen breiten Markt der Barfuss-Schuhe einmal näher zu betrachten. Von Zehen-Schuhen über Socken-Schuhe, die zugegebenermaßen etwas gewöhnungsbedürftig in der Optik sind, bis hin zu Bussiness-Modellen, denen man den Funktionsschuh (fast) nicht mehr ansieht ist hier für jeden Geschmack etwas dabei. Auch in den verwendeten Materialien sind die Hersteller kreativ und vielseitig. Naturmaterialien wie Leder und Wolle kommen genauso zum Einsatz wie vegane und recycelte Stoffe, denn Nachhaltigkeit und Umweltschutz spielen auf diesem Markt eine große Rolle.

Was sind die Kriterien von Barfuss-Schuhen?
  • Dünne, flexible Sohle mit der man die Unebenheiten des Untergrunds spürt
  • Asymetrischer Schnitt und breitere Zehenbox, so dass die Zehen sich entfalten können (gleichzeitig sollte der Schuh am restlichen Fuß gut sitzen und nicht einfach nur generell weit sein)
  • Null-Absatz, d.h. absolut null Höhenunterschied zwischen Ballen und Ferse (Sprengung)
  • Geringes Gewicht
  • Flexibles, anschmiegsames Obermaterial

Wer Barfuss-Schuhe ausprobiert, wird feststellen, dass man darin tatsächlich nicht nur anders geht, sondern auch ein komplett anders Körpergefühl hat.

Vorsicht! Suchtpotential

Wer auf Barfuss-Schuhe umsteigen möchte, sollte sich vorher gut informieren und sich vielleicht schon einen Überblick über die vielen Marken verschaffen. Die Schuhe sind allgemein eher hochpreisig, da viele in kleinen Manufakturen hergestellt werden, einige sogar in Deutschland.

In Sozialen Netzwerken gibt es viele Communities wo man sich einen Überblick verschaffen kann und von den Erfahrungen Anderer profitiert. Wer möchte, kann dort auch das eine oder andere Modell günstiger gebraucht erwerben und – falls es nicht passt – meist auch ohne größere Verluste weiterverkaufen.

Und dann geht es an´s Ausprobieren. Als erstes sollte man den Fuß genau ausmessen. Anleitungen gibt es bei fast allen Anbietern der Schuhe. Dann kann man auf Basis der Größentabellen der Hersteller die benötigte Größe ermitteln, die durchaus von der bisher üblichen Schuhgröße abweichen kann. Leider sind die Tabellen nicht immer 100%ig verlässlich, so dass man um den einen oder anderen Fehlkauf sicher nicht drum herumkommt. Auch die Breite der Füße ist so eine Sache bei der Probieren über Studieren geht.

Besonders wichtig ist, sich bei der Umstellung Gedanken zu machen für welche Verwendungszwecke (z.B. Gassi-Gehen mit dem Hund, Büro, Joggen, u.s.w.) und Witterungsbedingungen man als nächstes Schuhe benötigt und sich dann erst einmal eine Grundausstattung zuzulegen. Denn nach wenigen Wochen bereits wird man herkömmliche Schuhe nicht mehr an den Füßen ertragen können.

Über unsere persönlichen Erfahrungen mit Barfuss-Schuhen berichten wir in unserem Blog.

P.S.: Wer sich für Natural Runnig (d.h. barfuss joggen) interessiert, sollte sich ggf. Anleitung von einem Coach holen, da die Lauftechnik hier enorm wichtig ist um mögliche Gesundheitsschäden vorzubeugen.