Barfußlaufen bei extremer Wärme

Das Barfußlaufen ist bewiesenermaßen die gesündeste Art der Fortbewegung des Menschen. Sobald die Temperaturen ansteigen, gibt es nichts Schöneres, als auf das lästige Schuhwerk zu verzichten und seinen Füßen die natürliche Bewegungsfreiheit zu gewähren. Im Grunde genommen sind die Füße des Menschen zum Barfußlaufen konzipiert worden. Und nicht jeder Schuh, den man sich über das Wunderwerk der Natur, nämlich über unsere Füße streift, ist gesundheitsförderlich.

Sind die Temperaturen jedoch extrem hoch, so ist auch bei dem Barfußlaufen Vorsicht geboten.

Der Appell richtet sich besonders an jenen Personenkreis, der in der überwiegenden Zeit nur sporadisch barfüßig umher geht. Eines ist sicher. Menschen, die sehr wenig Barfuß laufen, verfügen nicht über eine entsprechende Hornhaut, die den Fuß schützt. Menschen hingegen, die grundsätzlich oder sehr viel Barfuß unterwegs sind, verfügen über eine entsprechend schützende Hornhaut.

Um in den Genuss des Barfußlaufens auch bei hohen Temperaturen zu kommen, sollten daher einige Hinweise beachtet werden, um der Gefahr von vermeidbaren Verletzungen zu entgehen. Und wer jemals eine Verletzung am Fuß hatte, weiß wie unangenehm diese sein kann.

Deshalb folgendes:

Menschen, die sehr wenig Barfuß laufen, daher wenig Hornhaut haben, sollten es vermeiden, bei sehr hohen Temperaturen längerfristig auf Untergründen stehen zu bleiben, die von der Sonne im wahrsten Sinne des Wortes durchglüht worden sind. Besonders heiß können Gullideckel oder andere metallische Bodenbeschaffenheiten sein.

Vorsicht auch auf Untergründen von dunkler Färbung. Dunkle Farben speichern die Wärme der Sonnenstrahlung sehr gut und können sich in gleicher Weise aufheizen, wie das der Fall bei metallischen Untergründen ist.

Auch kann es gefährlich werden, wenn sich Personen die nicht über eine entsprechende Hornhaut verfügen, zu lange Strecken über sehr warme Untergründe daher bewegen. Die Reizung der Fußsohlen ist hierbei sehr hoch. Die warmen Temperaturen fördern den Blutkreislauf, die Haut dehnt sich bei längerfristiger Hitze aus, so dass es sehr leicht zu Einrissen oder Rötungen kommen kann, im schlimmsten Fall zur Blasenbildung. Das muss nicht sein. Wenn es nicht mehr geht, greifen Sie lieber auf Minimalschuhe / Barfuß-Schuhe zurück nach dem Motto – Safety first.

In gleicher Weise kann das notwendige Stehen an einer Ampel, für Barfußanfänger ebenfalls nicht nur unangenehm, sondern darüber hinaus auch dazu führen, dass es tatsächlich zu obeflächligen leichten Verbrennungen kommen kann. Auch hier gilt das Motto wieder – Gesundheit geht vor. Also dann doch lieber Minimalschuhe / Barfuß-Schuhe.

Sollten Sie sich dazu entscheiden, dennoch Barfuß zu gehen, gönnen Sie Ihren Füßen ruhig eine kleine Erfrischung, so unter anderem an einem Brunnen, der in der Stadt vorhanden ist. Ihre Füße werden es Ihnen danken.

Egal wie Sie sich auch umher bewegen sollten. Eines gilt es auf jeden Fall zu beachten. Je höher die Temperaturen sind, um so mehr besteht die Notwendigkeit der Flüssigkeitszufuhr gegen die schleichende Dehydrierung. Und besonders jener Personenkreis, der sich barfüßig umher bewegt, sollte diesen Hinweis unbedingt beachten.

Unsere Füße sind in der Tat auch ein Ausscheidungsorgan. Über sie werden all jene Stoffe des Körpers an die Umwelt abgegeben, die unseren Körper belasten. Mit einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr schonen Sie tatsächlich auch Ihre Füße. Genügend Flüssigkeit sorgt dafür, dass die Haut elastisch bleibt und weniger Einrisse entstehen können. In diesem Fall gilt es hier folgende Formel zu beachten, was die richtige Menge an Flüssigkeitszufuhr betrifft. Sie lautet:

Körpergewicht x 3 / 100

Bsp.: Körpergewicht 70 kg x 3 = 210 / 100 = 2,1
D.h. bei einem Körpergewicht von 70 kg sollten Sie ca. 2,1 l Flüssigkeit zu sich nehmen.

Personen die jedoch an dem medizinischen Problem einer überschüssigen Wassereinlagerung oder unter Umständen sogar Herz-Kreislaufprobleme haben, sollten im Vorfeld mit dem Arzt des Vertrauens absprechen, welche Menge an Flüssigkeit zu sich genommen werden darf.

In diesem Sinne weiterhin viel Spaß am Barfußlaufen.

Thomas Nawroth

Thomas Nawroth
Barefoot Movement Coach